Spät aber doch schaffe ich es endlich, über meine Erfahrungen aus fünf Monaten softaware 2017 zu berichten. Im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Software Engineering der FH Hagenberg ist im sechsten Semester ein dreimonatiges Berufspraktikum zu absolvieren. Dieser Umstand erinnerte mich an meine HTL-Zeit im Jahr 2013, wo ich bei softaware zum ersten Mal in das echte Arbeitsleben reinschnuppern konnte. Da ich auch in der Zwischenzeit das eine oder andere Mal im wachsenden Büro erschienen bin, war die Freude sehr groß, als mich Roman während meines Sommerurlaubs 2016 mit einem Praktikumsplatz überraschte.

Aufgabe

Inhaltlich sollte ich mich im Praktikum mit der konkreten Umsetzung von Microservices in einem internen Projekt beschäftigen. Schon anhand dieser Aufgabe ist zu sehen, dass ein Praktikum bei softaware nicht bedeutet, lediglich Software zu testen oder zu übersetzen. Interessanterweise ist es allerdings auch nicht das Ziel, die gesamten drei Monate an Kundenprojekten mitzuarbeiten. Ein Berufspraktikum bei softaware würde ich eher als orthogonal bezeichnen, worunter ich verstehe, dass nicht ausschließlich an Kundenprojekten gearbeitet wird, stattdessen bekommt man die Zeit, wiederkehrende Probleme, die sich während der Entwicklung ergeben, detailliert zu analysieren und ein für alle Mal zu lösen. Gerade als Praktikant ergibt sich dadurch eine sehr enge Integration ins gesamte Team, da nur mit KollegInnen gemeinsam die Probleme analysiert und mögliche Lösungen getestet werden können. Um allerdings auch einen Einblick in die kundennahe Softwareentwicklung zu erlangen, durfte ich meine Xamarin-Kenntnisse im Rahmen einer Android-App wieder auffrischen.

Methode

Persönlich sehr gefreut hat mich die Tatsache, dass wir eines dieser internen Research-Projekte Open Source zur Verfügung gestellt haben. Ungefähr ein Drittel meines Praktikums beschäftigte ich mich mit der Aufgabe die Schnelllebigkeit der Webentwicklung in den Griff zu bekommen, wodurch softaware/docker-webdev entstand. Dieser Docker-Container ermöglicht es uns, ältere Anwendungen mit wesentlich weniger Aufwand und Problemen zu warten und weiterzuentwickeln. Vielen Dank an meinen Bürobuddy Philipp, der mich dabei sehr fleißig mit Problemen versorgte, allerdings auch jederzeit bereit war, meine Vorschläge zu testen und in echte Kundenprojekte zu integrieren. Besonders die Entscheidung von Roman, dass dieses Projekt Open Source sein darf, hat mich begeistert. Wer freut sich nicht, wenn die eigenen Probleme schon von jemand anderem gelöst wurden (oder eben umgekehrt) und gerade bei Meetups oder Konferenzen bietet dieser Container lässigen Gesprächsstoff und ermöglicht ein einfaches Vorstellen des Arbeitgebers. :)

Spannend gestalteten sich allerdings auch meine internen Recherchen und Verbesserungsvorschläge. In vier Präsentationen/Diskussionen präsentierte ich meinen KollegInnen die Ergebnisse meiner Arbeit und wir überlegten gemeinsam, welche Vorteile und Hürden sich daraus für Kundenprojekte ergeben würden. Ich bin mir sicher, dass es nicht selbstverständlich ist, als Praktikant Präsentationen vor dem gesamten Team halten zu dürfen.

Team

Abgesehen vom Inhaltlichen hatte ich mich schon vor dem Praktikum wieder auf den “softaware-Lifestyle” gefreut. Für mich sind das gemeinsame Mittagessen, die täglichen Partien am Wuzzeltisch, ab und zu ein Spritzer nach der Arbeit und auch die gemeinsamen Aktivitäten (vgl. walkaware - wir gehen nach Linz) der wesentliche Bestandteil für das lässige, oder wie Philipp sagen würde, feine Team! ;) Auch das hat sicher dazu beigetragen, dass ich nach meinem Praktikumsende im Juni gleich noch zwei Monate drangehängt habe.

Zukunft

Diesen Artikel schreibe ich gerade in Innsbruck, da ich im Oktober mit meinem Bachelor in Psychologie begonnen habe. Zum ersten Mal in meinem Leben sind die nächsten Monate weitestgehend ungewiss. Ob sich ein Psychologiestudium mit der Softwareentwicklung kombinieren lässt oder ob ich die nächste Zeit meinen Fokus auf die Open-Source-Entwicklung lege, wird sich zeigen. Sicher ist auf jeden Fall, dass mich die Firma softaware nicht los wird! Dazu gefallen mir die Arbeit und die praktizierte Kundennähe viel zu sehr. Doch vor allem verstehe ich mich einfach mit dem softaware-Team zu gut, um mich nicht mindestens einen Tag in der Woche, von wo auch immer, an der Umsetzung der Projekte zu beteiligen.

Vielen Dank an das gesamte Team für die lässigen Monate und bis bald, denn solange ich darf, bin ich bestimmt #immerwiederda. ;)